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Sonntag, den 24. Januar 2010 um 11:35 Uhr

Djehad

Auf Bitte des Anthropos e.V. - Für die Kinder dieser Welt erarbeitete der Privat-Historiker Hans Hägele, München, 1992 den folgenden Hintergrundbericht, der im gleichen Jahr auch im zeitreport des Deutschen Bundesverbandes für Steuer-, Finanz- und Sozialpolitik (DBSFS) e.V. erschien. Gerade angesichts der heutigen weltpolitischen Gemengelage erscheint uns angebracht, diesen Bericht noch einmal zu veröffentlichen, da er die Hintergründe vieler ansonsten kaum verstehbarer Probleme sowohl im Gebiet des Nahen Ostens wie auch zur Problemstellung Israel kontra Palästinenser und Juden kontra Moslems - jeweils unter stringentem Einfluß der westeuropäischen Mächte und der USA - verständlicher werden läßt. Die auftretenden Zeitsprünge dienen dem besseren Verständnis einzelner Teilprobleme, der Wechsel der Tempi ist ein Stilmittel des Autors. Kursive Schreibweise, Fettdruck und Hervorhebungen erfolgten durch den Herausgeber.

Djehad - 'Heiliger Krieg'

Nicht jeder Krieg kann unter Berufung auf den Koran 'geheiligt' werden - er muß der Verteidigung oder der Verbreitung des Islams dienen.
Sure 8 : 46 : 47 : 60 : 61 : 66

Das Verhältnis zu den Christen und den Juden ist in der Eröffnungssure des Koran festgelegt. Die Christen werden nur als die Irrenden dargestellt, dagegen spricht Allah von den Juden als denjenigen, denen er zürnt. Hierzu auch Sure 5 : 14, Christen, 5 : 15, Juden, beide 5 : 52

Die Moslems haben ein gutes und langes Gedächtnis. Sie haben weder die Besetzung durch die Kolonialmächte, noch die Kreuzzüge, noch die Vertreibung der Mauren aus Spanien vergessen.

Nordafrika: Marokko, Algier, Tunis, Mauretanien
Im Jahre 711 setzten die Mauren nach Europa über und eroberten Spanien. Jahrhunderte dauerten die Kämpfe zwischen islamischen und christlichen Völkern. Karl VIII., [Karl Martell (der Hammer)] siegt 732 bei Tours und 737 bei Poitiers über die Araber. Karl der Große kämpfte gegen die Omaijaden vor Cordoba, 795 Errichtung der spanischen Mark (das altfranzösische Rolandslied des Normannen Turold).

1085 Alfons VII. erobert Neukastilien mit Toledo. Rodrigo Diaz - Cid wurde von Alfons verbannt und errichtete eine selbständige Herrschaft in Valencia.

1492 Mit der Eroberung des Königreiches Granada ist die Maurenherrschaft gebrochen. Auf Drängen der Kirche werden Juden und nicht-christliche Mauren aus Granada, Valencia und Aragon vertrieben. Dies hat wesentlich zur Bildung der Barbareskenstaaten geführt.

1519 Choredin Barbarossa (der 'Renegat') unterstellt Algier osmanischer Oberhoheit. 20.000 Mauren siedelte er in Algier an. Sie gehen aber auch nach Tunis und Marokko. Viele Familien maurischer Abkunft besitzen heute noch die Schlüssel der Häuser, welche ihren Vorfahren in Spanien gehörten.

1533 Choredin Barbarossa gründet die Barbareskenstaaten (Algier, Tunis).

1546 Marokko, die Scherifen von Tafilalt (arabische Abstammung) vertreiben die Portugiesen und Spanier.

1551 Tripolitanien kommt zum Osmanischen Reich. Seit 643 unterstand es arabischen Herrschern.

1571 Seeschlacht von Lepanto im Golf von Korinth. Juan d'Austria, 1547 - 1578 (unehelicher Sohn des Karl I., König von Spanien, als deutscher Kaiser Karl V. und der Regensburger Bürgertochter Barbara Blomberg) besiegt die Türken.

1571 Cervantes Savedra (1.10.1547 - 23.4.1616)
'Don Quijote' wurde in der Seeschlacht von Lepanto an der Hand verstümmelt, blieb Soldat, kam 1575 in algerische Gefangenschaft und wurde 1580 freigekauft.

1574 Die Hafsiden gaben an die Türken die Herrschaft ab. Damit wird Tunis Teil des osmanischen Reiches. Türkischer Einfluß (Oberhoheit) erlischt!

1830 Algier. Karl X. von Frankreich (1824-1830) eroberte Algerien.

1881 Tunesien unter französischer Schutzherrschaft

1912 Marokko unter französischer Schutzherrschaft

1992 Marokko, nördlicher Teil unter spanischer Schutzherrschaft , Hauptstadt Tetnan (TETUAN)

1912 Tanger, internationales Gebiet unter britischer, französischer, spanischer und (ab 1928) italienischer Verwaltung; 1940 von Spanien beseitigt.

1917 Syrien und Palästina wird von britischen Truppen besetzt, bis dahin war es türkisches Gebiet.

Nordafrika wird selbständig!

03.03.1956 Marokko

01.06.1956 Tunesien

03.07.1962 Algier

1902 - 1910 Mauretanien: französische Truppen besetzen das Wüstengebiet, es wird als Teil frz. 'Westafrikas' verwaltet.

1958 Mauretanien erhält die Autonomie und am 28.11.1960 die Unabhängigkeit.

Die Bevölkerung Nordafrikas besteht aus Vandalen, Römern, Byzantinern, Phöniziern, Negern, Arabern und Türken.


Palästina

Die Palästinenser haben keine Bibel, mit deren Hilfe sie - wie die Juden - ihren Anspruch auf das Land belegen können. Sie waren immer unterworfen und haben fremden Herren Steuern gezahlt. Zwar gilt auch Abraham als Stammvater, sein illegitimer Sohn Ismail, ein Kind der Konkubine Hagar, wird als moslemischer Urahn verehrt. Der Name Ismailiten kommt von Ismail, Sohn des Dscha'far ibn Mohammed (Ismailiten, arab. Ismailija, auch Siebener-Schiiten). Ismail und Hagar wurden nach der Geburt Isaaks vertrieben.

Der römische Kaiser Hadrian (117-138) gab dem Land den Namen 'Palestina', um jede jüdische Spur zu beseitigen, nachdem er den letzten jüdischen Aufstand 132-135 nach Christus niederschlug. Der Name Judäa wurde getilgt und für die Juden begann ein fast zwei Jahrtausende währendes Exil.

132 - 135 Der letzte Aufstand der Juden ging unter dem Namen des Anführers Bar Kochba in die Geschichte ein.

Bischof Helena's Missionseifer bekehrte die Bevölkerung Palästinas, welche aus semitischen Stämmen bestand, zum Christentum. Dann kam Mohammed, Kalif Omar von Syrien.

In Jerusalem stehen die Heiligtümer dreier monotheistischer Religionen.
Auf dem zerstörten jüdischen Tempel erbauten die Omaijaden-Kalifen den Felsendom und die Al Aksa Moschee. Die 17. Sure des Koran beschreibt die wunderbare Reise des Propheten von Mekka nach Jerusalem. Von dem weißen Reittier (Buraq, Blitz - größer als ein Esel, etwas kleiner als ein Muli, der Kopf hat das Aussehen eines Menschen, der Körper ist der eines Pferdes) wird er nach Bait al Mukaddas - zum heiligen Haus - getragen. (Bait el Makdis = Ort des Heiligtums, auch El-Kuds das Heiligtum = Jerusalem). Mohammed findet eine Leiter und steigt in Begleitung des Engels Gabriel in die oberen Himmel auf.

Die Stadt Davids. Der König zog mit seinen Männern nach Jerusalem gegen die Jebusiter. David eroberte die Burg Zion und stellte die Bundeslade, das Schutzpanier der Israeliten, dort auf.

Die Westmauer (Klagemauer) hat heute die Funktion einer nationalen Versammlungsstätte. Als das mächtigste Symbol für das Jerusalem der Juden versinnbildlicht sie religiöse Sehnsucht und nationale Erwartung. Sie ist das letzte Zeichen des alten Tempels.

Der heiligste Ort der Christenheit ist die Stätte, an der das Kreuz ihres Herrn gestanden hat: Kalvaria.

Die Grabeskirche ist das einzige Gotteshaus der Welt, in dem unter einem Dach fünf verschiedene christliche Konfessionen die Auferstehung ihres Herrn feiern.

Die Bibel hat die Tradition nie geleugnet, daß Jerusalem von seinen Ursprüngen her keine israelitische Stadt gewesen ist. Sie beherbergte von Anfang an eine gemischte Bevölkerung. Nicht nur die Jebusiter, auch ausländische Kriegsleute und Ratgeber, bis hin zu den einflußreichen Stellen in der Verwaltungshierarchie, waren hier in den Schmelztiegel der Völker sozial und wirtschaftlich integriert.

Auf dem zerstörten jüdischen Tempel erbauten die Omaijaden-Kalifen den Felsendom und die Al Aksa Moschee. Sie regierten von Damaskus aus. Palästinensische Geschichte wurde zu syrischer Geschichte. Nach dem Zerfall des Omaijaden-Reiches (Ende des 10. Jahrhunderts) kamen die ägyptischen Fatimiden, danach die türkischen Seldschuken.

Im Jahre 1187 entriß der ägyptische Sultan Saladin (als Kurde nannte er sich Suleiman) Jerusalem den Christen, 1229 gewann Kaiser Friedrich II. Jerusalem vorübergehend wieder für die Christen zurück. Aber bereits ab 1244 stand Jerusalem ohne Unterbrechung unter der Herrschaft des Islam. Das Königreich Jerusalem war fortan nur eine Titulatur verschiedener europäischer Herrscherhäuser. Erst im 19. Jahrhundert gewann Jerusalem wieder an Bedeutung. 1917 von britischen Kolonialtruppen erobert, gehörte es seit 1920 zum britischen Mandat Palästina. Durch die Grenzziehung nach dem Kriege zwischen Juden und Arabern (1948) verblieb die Altstadt bei Jordanien, während die Vorstädte im Norden und Westen sowie der Süd-West-Hügel zum israelischen Staatsgebiet gehörten. Das israelische Parlament erklärte Jerusalem am 23.01.1950 zur Hauptstadt Israels. Die Altstadt und die arabischen Vororte von Jerusalem wurden während des Sechs-Tage-Krieges Anfang Juni 1967 besetzt.

In Palästina regierte das Herrschergeschlecht der Mamelukken von 1291 - 1517. Sie wurden von den Türken, dem Osmanenreich, abgelöst, was sich später über alle Staaten Nordafrikas erstreckte.

1915 stiften die Engländer die Scherifen von Mekka zum Aufstand der Araber gegen die Türken an. Thomas Edward Lawrence (1888 - 1935) organisiert den Aufstand der Araber ('Lawrence of Arabia').

1916 regeln Engländer, Franzosen und Russen ohne Rücksicht auf die an die Araber gemachten Zusagen ihre territorialen Ansprüche im Sykes-Picot-Abkommen.

1917 erlaubt England in der 'Balfour Deklaration' (nach dem Außenminister Balfour) den Juden die Errichtung einer nationalen Heimstätte in Palästina, im Inneren (Berggebiet) des Landes - ohne den Küstenstreifen! Damit war der spätere Konflikt vorprogrammiert, wie der 2. Weltkrieg praktisch mit dem Versailler Vertrag begann: Eine Nation schenkt einer anderen Nation das Land, das einer dritten gehört!

Dies war das Ergebnis von 30 Jahren zionistischer Politik. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts hatte sich der Antisemitismus wieder überall in Europa ausgebreitet. Besonders in Rußland starben Zehntausende von Juden in Pogromen. Ziel der zionistischen Bewegung war es, den 15 Millionen Juden in aller Welt eine Zuflucht zu verschaffen. Die Zionisten hätten auch in Argentinien und Uganda Land erwerben können, es wurde ihnen angeboten. Sie entschieden sich jedoch für Palästina.

1903 und 1906 schwere Judenpogrome in Rußland.
Die ehemals 50.000 Juden in Palästina waren kein Problem. Man liebte sie nicht, aber man kam miteinander aus. Die Juden machten damals den Arabern ihr Heimatrecht nicht streitig! Die Engländer brachen ihr Abkommen mit den Scherifen von Mekka; die arabischen Völker bekamen nicht die versprochene Unabhängigkeit, die Überreste des türkischen Reiches wurden nach dem 1. Weltkrieg in britische und französische Mandatsgebiete aufgeteilt - unter Aufsicht des gerade gegründeten Völkerbundes. Die englische Mandatsmacht ließ jüdische Einwanderer in großer Zahl nach Palästina einwandern, obwohl klar war, daß sie hier einen eigenen Staat gründen wollten.
Dem Intellekt, der Opferbereitschaft und dem unendlichen Fleiß der Einwanderer hatte die palästinensische Bevölkerung wenig entgegenzusetzen. Die Juden scheuten weder Malaria noch Hitze. Ihr Gemeinschaftssinn und ihr Organisationstalent ließen sie Entbehrungen ertragen, die den Arabern überflüssig erschienen. Sie legten Sümpfe trocken, pflanzten Wälder, bohrten Brunnen. Durch ihre Verbindungen in alle Welt kam der technische Fortschritt. Das verschlafene Palästina erwachte!

Die neue jüdische Ideologie, nach der ein Jude seine neue Identität nur durch körperliche Arbeit finden könnte, verbot es ihnen, arabische Arbeitskräfte einzustellen. Auf den gekauften Ländereien wurden die alteingesessenen Pächter vertrieben. Wurde Land von Juden verkauft, dann nur wieder an Juden.
Die Landbestellung lief nach dem gleichen Prinzip wie bei Moses. Er zog mit dem Volk 40 Jahre in der Wüste umher. Aus Sklaven erwuchs eine Kriegsgeneration.
Die Juden nahmen nicht die Landessprache an, sondern sie erhoben nach 2.000 Jahren die Sprache ihrer Gebete zur Landessprache. Es war eine Eroberung neuer Art. Aus aller Welt kamen Juden und verschmolzen zu einem Volk.

Die Palästinenser wurden nicht ausgebeutet, es war schlimmer; selbst als Sklaven waren sie den neuen Herren nicht recht. Die Juden entwickelten eine neue Gesellschaft, die ständig stärker wurde, und für beide gab es bald nur die Frage: Wir oder sie. Für die Palästinenser gab es aber auch nur eine Antwort: Wir!
Sie waren als ganzes Volk bedroht und erstmals nach 1.400 Jahren wehrten sie sich. Ihr Zorn richtete sich gegen die Engländer. Diese pendelten zwischen arabischen und jüdischen Interessen. Die Juden pochten auf die ihnen gemachten Zusagen. Während der tödlichen Bedrohung durch den Nationalsozialismus beschränkten die Briten die Einwanderungsquote. Für die Palästinenser war die Verfolgung der Juden kein Anlaß zu Mitgefühl:

Der Feind meines Feindes ist mein Freund.
Der Großmufti von Jerusalem, Hadschi Amin al Hussein, suchte in Deutschland Hilfe gegen Juden und Engländer.

1945 war in Palästina offener Bürgerkrieg. Juden kämpften gegen Araber und beide gegen die Engländer. England schickte viele Truppen nach Palästina. Nach dem 2. Weltkrieg lebten in Palästina 630.000 Juden und 1.173.000 Araber.
Viele Araber waren zugewandert, um am wirtschaftlichen Aufschwung teilzuhaben.

1947 beschlossen die Vereinten Nationen die Teilung Palästinas. 54 % des Landes sollten die Juden erhalten, die bis dahin knapp 6 % des Bodens besessen hatten. Weil die arabische Nationalstaatlichkeit sich erst entwickelte, glaubte man, die Schuld an den Juden mit der Enteignung der Palästinenser bezahlen zu können. Im übrigen glaubte man, die Araber würden sich ihrer ungerecht behandelten Brüder schon annehmen.

Die Empörung in der arabischen Welt war einhellig. Die Palästinenserfrage ist der Zement, der die Moslems zusammenhält.

Am 14. Mai 1948 lief nach 25 Jahren das britische Mandat, welches unter dem Völkerbund entstand, aus. Die Nachfolgeorganisation, die Vereinten Nationen, war an einer Verlängerung nicht interessiert.

1948 erfolgte die Gründung des Staates Israel
900.000 Palästinenser wurden nach der Proklamation des israelischen Staates vertrieben. Sie gründeten 'Lager' in den umliegenden Ländern.

Der Gaza-Streifen kam unter ägyptische Militärherrschaft, ehe er 1967 von Israel besetzt wurde. Vier arabisch-israelische Kriege (1948, 1956, 1967 und 1973) zeugen von einer Fehde, die von fremden Mächten initiiert, aber als Problem nie gelöst wurde. 1982 erfolgte die vorübergehende Invasion Israels im Libanon.

1964 wird die Palästinensische Befreiungsorganisation P.L.O. gegründet.

Im Oktober 1974 wird die P.L.O. von den arabischen Staaten als die alleinige legitime Vertreterin des palästinensischen Volkes anerkannt.
1974 erhält die P.L.O. Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen. Ihren Sitz hat sie seit 1982 in Tunis.

Am 15.11.1988 wird auf der Tagung des palästinensischen Nationalrates in Algier ein unabhängiger Staat Palästina proklamiert, der die von Israel besetzten Gebiete, Westjordanland und den Gaza-Streifen umfassen soll. Außerdem wird der Anspruch auf Alt-Jerusalem erhoben, das die Hauptstadt des palästinensischen Staates bilden soll. Grundlage dafür ist die UNO-Resolution 181 von 1947. Doch wie so viele UNO-Resolutionen schenkt Israel auch dieser keinerlei Beachtung.

Vorausgegangen war ein seit Ende November 1987 anhaltender Aufstand der Palästinenser in den besetzten Gebieten (die Intifada). Der jordanische König hatte daraufhin am 31.07.1988 die juristische und administrative Abtrennung der 'Westbank' von Jordanien verkündet.

02.04.1989: Jassir Arafat (geb. 1929) wird vom Zentralrat des P.N.R. zum ersten Präsidenten von Palästina gewählt. Zu seinem Kabinett wurde der Exekutivrat der P.L.O. bestimmt. Vordem galt Arafat als Terrorist und wird nach wie vor als Drahtzieher des Attentats bei den Olympischen Spielen in München (1972) angesehen.

1990 im Golfkrieg sympathisiert Arafat mit dem Angreifer Saddam Hussein und stellt sich auf die Seite des Irak, obwohl die P.L.O. von Kuwait immer großzügig unterstützt worden war.

Der Staat Israel - hebr.: Eretz Yisrael

1897 veröffentlichte Theodor Herzl das Buch 'Der Judenstaat'. Er entschied sich für Palästina, das für alle Juden das Land der Väter war. Argentinien und Uganda wurden zur Neugründung abgelehnt.

1901 wird auf dem 5. Zionistenkongreß der jüdische Nationalfonds gegründet.

1903 bis 1906 schwere Judenpogrome in Rußland

1908 in Palästina wird eine zionistische Kolonie gegründet

1917 England erlaubt in der 'Balfour Deklaration' den Juden in Palästina die Errichtung einer nationalen Heimstätte.

1933 - 1945
Während des nationalsozialistischen Regimes setzt eine starke jüdische Auswanderung aus Deutschland ein, insbesondere in die USA (bis zum Einsetzen des Hitler'schen Ausrottungsfeldzuges, dem in Deutschland und den während des Krieges von ihm besetzten Ländern ca. 5,5 Millionen zum Opfer fielen). Nach 1945 verstärkt sich die Auswanderung in die USA und nach Palästina.

Am 14. Mai 1948 verkündete David Ben Gurion die Gründung des Staates Israel. In der folgenden Nacht brach der Krieg aus. Ägypten, Libanon, Syrien, Irak und Jordanien überfielen Israel.

Nach dem Waffenstillstand 1949 besaß Israel 500 Quadratmeilen (1 Lon-mile = 1,524 km) und 112 Dörfer mehr, als ihm im Teilungsplan zugedacht war. Von den 696.000 Palästinensern aus dem Staatsgebiet des jungen Israel hatten 539.000 das Land verlassen. Viele waren von den Israelis systematisch vertrieben worden. In dem Dorf Deir Jassin bei Jerusalem töteten Israelis in der Nacht vom 09. auf den 10. April 1948 254 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder. Aus Angst flohen viele, weil sie neue Massaker befürchteten. Die Araber anerkannten ihre Niederlage nicht, weil die Flüchtlinge nach dem nächsten Sieg ohnehin in ihre Heimat zurückkehren würden. Damals wäre eine Eingliederung von einer halben Million Menschen in den Gastländern durchaus möglich gewesen.

Man schuf Flüchtlingslager, um den Anspruch auf Rückkehr durch den elenden Zustand der Lager zu unterstreichen.

Die Verweigerung der Integration ging zu Lasten der Palästinenser. Die Vereinten Nationen hatten Israel auf Kosten der Palästinenser erschaffen, nun sollten sie auch sehen, wie sie mit den Konsequenzen fertig würden.

1948/49 erobert die Arabische Liga die Altstadt Jerusalems und die jüdischen Bewohner werden vertrieben.

1950 Jordanien annektiert Ost-Jerusalem - mit seiner Altstadt.

23.01.1950 Proklamation des Westteils von Jerusalem zur Hauptstadt Israels

29.10.1956 Einmarsch der Israeli auf die Halbinsel Sinai

31.10.1956 Britisch-französische Intervention am Suezkanal

In sechs Tagen wird die Halbinsel und der Gaza-Streifen erobert und die Blockade des Hafens Elath (Golf von Akaba) gebrochen. (Engländer und Franzosen verhelfen den Israelis zum Sieg).

Die Öffnung des Hafens von Elath ermöglicht neue Wirtschaftsbeziehungen mit den Ländern am Roten Meer, dem Indischen Ozean sowie in Afrika und Südostasien.

Im Mai 1967 verschärfte sich der Konflikt mit den arabischen Staaten erneut. Präsident Nasser zog auf der Sinai-Halbinsel ägyptische Streitkräfte zusammen und erreichte den Abzug der UNO-Truppen.

1964 entschließen sich die Israelis, ihre Anlagen zur Nutzung des Wassers aus dem See Genezareth voll auszubauen. Sie beanspruchen die ganze Oberfläche des Sees ohne Widerspruch von syrischer Seite. Nach Umleitung und Absaugen fließt nur noch wenig Wasser von Beisan in das jordanische Gebiet. Der Jordan wird zum ärmlichen Rinnsal. Mit einer Pipeline sollen Siedlungen in der Negev-Wüste ermöglicht werden. Nicht zuletzt hier liegen die Wurzeln des Sechs-Tage-Krieges.

Seit diesem Krieg im Juni 1967 hält Israel Teile Syriens (Golanhöhen) und Jordaniens (sog. Westjordanland) sowie den Gaza-Streifen und kleinere Teile im Südlibanon besetzt. Seit dieser Zeit ist Israel um direkte Verhandlungen mit den arabischen Staaten bemüht. Ziel ist die staatliche Anerkennung auf vertraglicher Grundlage.

1973. Der vierte Nahostkrieg beginnt am jüdischen Versöhnungsfest Jom Kippur. Am 6. Oktober um 14 Uhr überqueren ägyptische Pioniereinheiten den Suez-Kanal und stürmen gegen die Bar-Lev-Linie. Im Norden überrollen syrische Panzerverbände die Waffenstillstandslinie.

Am 14. Oktober 1973 beginnt westlich vom Gidi- und Mitla-Paß die größte Panzerschlacht im Nahen Osten.

Am 16. Oktober stoßen drei jüdische Brigaden nördlich des großen Bittersees durch und bilden einen Brückenkopf.

24. Oktober Feuereinstellung

11. November 1973: Am Kilometerstein 101 der Straße von Suez nach Ägypten findet die Unterhandlung zwischen Israelis und Ägyptern statt.

Mai 1974: Eine Kommandoeinheit überfällt in Maalot in Obergaliläa eine Schule und nimmt 100 Kinder als Geiseln.

1977: Anwar el Sadat fährt nach Israel und spricht in der Knesset.

17.09.1978: Friedensvertrag zwischen Begin, Sadat und Carter - Friedensnobelpreis

1982: Israelischer Feldzug im Libanon. Die P.L.O. hat im 'Land der Zedern' einen sich revolutionär gebärdenden Teilstaat errichtet. Die Schlacht um Beirut reduziert den Glauben an die Unbesiegbarkeit des Zionismus'.

1982: Massaker christlicher Milizionäre in den Palästinerlagern von Sabra und Schatila. Kampfeinheiten der P.L.O. werden von den Israelis und später von den Syrern ins Meer geworfen.

Durch den Druck der Erniedrigung, der nicht nur der arabischen Nation, sondern dem gesamten Islam in Beirut widerfuhr, schlug die Stunde der Extremisten.

Mit dem Ausbruch der Intifada (wörtl.: 'Aufrütteln', arab. Volksaufstand) 1987 wurde der Anspruch Israels auf die Kontrolle Ost-Jerusalems, das Westjordanufer und des Gaza-Streifens ernsthaft erschüttert.

1990 gelang es Verteidigungsminister Mosche Arens, die fernsehwirksamen, blutigen Zusammenstöße zu reduzieren. Die streitbaren Palästinenser haben jedoch ihre Siedlungen abgeschottet und zu Trutzburgen ausgebaut.

Bei den Schiiten des Libanon ist die Botschaft des 'Heiligen Krieges' auf besonders fruchtbaren Boden gefallen. In unmittelbarer Nachbarschaft Galiläas demonstrieren die schiitischen Glaubenskämpfer der Partei Allahs, wie fanatisch dieser Wille zur Schaffung eines islamitischen Gottesstaates und zur Vernichtung Israels verfochten werden kann. In den schiitischen Gebetshallen, den Husseniyeh, hantieren verschleierte Frauen mit Kalaschnikow und Panzerfaust. Für diese Hizbollahi muß der Judenstaat verschwinden. Andererseits: Wenn die Rekruten der Armee Israels, die vor der 'Zahal' (der Klagemauer) antreten, mit der einen Hand das Gewehr, mit der anderen den Pentateuch, die fünf Bücher Moses in Empfang nehmen, leuchtet über ihnen in Flammenschrift der Bibelvers 'Lehre den Sohn, Jude, mit Bogen und Pfeil zu kämpfen'. Eindeutiger kann eine Herausforderung an die islamische Umgebung nicht formuliert werden.

20.05.1990: Ein vermutlich geistesgestörter Israeli tötet bei Tel Aviv sieben arabische Arbeiter, zehn weitere verletzt er. Nach diesem Amoklauf folgen zahlreiche Demonstrationen und Zusammenstöße von Palästinensern und Sicherheitskräften.

29.05.1990: Ein Sturmbootangriff palästinensischer Guerilleros auf die Badestrände von Tel Aviv, Aschdod und Herzlia wird vereitelt.

01.06.1990: Die USA legen ihr Veto im UNO Sicherheitsrat ein, die Entsendung von UN-Beobachtern in die israelisch besetzten Gebiete wird abgelehnt.

20.06.1990: US-Präsident George Bush verfügt in Huntsville/Alabama die Aussetzung des Ende 1988 aufgenommenen Dialoges mit der P.L.O., bis diese ihre 'Probleme' bezüglich des Terrorismus' geklärt haben.

16.07.1990: Wohnungsbauminister Sharon kündigt ein Notprogramm für die Unterbringung von Neuankömmlingen an. In der UdSSR haben rund 1,3 Millionen Juden Ausreiseanträge gestellt.

16.01.1991: Das Ultimatum an den Irak ist abgelaufen

17.01. - 24.02.1991: Bomben der Alliierten greifen Bagdad an - Golfkrieg. Israel liegt unter Beschuß irakischer Raketen.

Israel verhält sich während dieser Zeit (offiziell) neutral, um die christlich-moslemische Allianz nicht zu gefährden (USA, England, Frankreich, Italien, Ägypten, Syrien, Kuwait, Saudi-Arabien), behält sich aber vor, zu gegebener Zeit Gegenmaßnahmen zu ergreifen.



Hans Hägele, München, 1992





Zuletzt aktualisiert am Montag, den 15. März 2010 um 13:03 Uhr
 

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