DER MENSCH - Dumm und Schlecht
von Wolfram Schernikau (Scherni) Scherni hat dieses Büchlein geschrieben um mit seinen reichen Erfahrungen ein Zeichen für zukünftige Generationen zu setzen. Ich kannte Scherni persönlich und schätzte ihn als einen guten Gesprächspartner mit einer gesunden Streitkultur - kurz gesagt: Wir waren befreundet! Von hier aus einen lieben Gruß - Dein Jürgen
Vorbemerkung
Wenn man über die Entwicklung der Menschheit nachdenkt, weiß man nicht, wo man anfangen soll. Bei dem heutigen Stand der Entwicklung kommt man sich wie in einem Irrenhaus vor. Ich will deshalb als normaler Bürger in einer einfachen und für alle verständlichen Sprache versuchen, (ohne den Anspruch zu erheben, in allen Bereichen so genannte wissenschftliche Erkenntnisse zu interpretieren), Denkanstöße zu geben, die die Menschen aus diesem Irrenhaus herausführen könnten. Es wäre letztlich gleichgültig, wohin die Entwicklung führt, wenn wir nicht an die uns folgenden Generationen denken müßten und an die Erhaltung einer gesunden Natur, die ein Leben überhaupt erst ermöglicht.
Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin. Und leider auch Theologie Durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor, Und bin so klug als wie zuvor! Heiße Magister, heiße Doktor gar, Und ziehe schon an die zehn Jahr' Herauf, herab und quer und krumm Meine Schüler an der Nase herum- Und sehe, daß wir nichts wissen können! Das will mir schier das Herz verbrennen. Zwar bin ich gescheiter als alle die Laffen, Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen; Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel, Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel- Dafür ist mir auch alle Freud entrissen. Bilde mir nicht ein, was Rechtes zu wissen. Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren, Die Menschen zu bessern und zu bekehren. Auch hab ich weder Gut noch Geld, Noch Ehr und Herrlichkeit der Welt; Es möchte kein Hund so länger leben. Johann Wolfgang von Goethe Faust
Tod, wo ist dein Stachel ?
Längst haben wir dich besiegt, wir fürchten dich nicht. Frühere Generationen, vom Alter gebeugt, von Schmerzen geplagt, wankten dem Tod entgegen. Sie sehnten dich oft als Erlöser herbei. Aber unsrer Gesellschaft, ihr drohst du nicht mehr. Forschung und Wissenschaft gaben uns Waffen, dich in die Schranken zu weisen: Lächerliches Gerippe, Sensenmann.
Wo ist dein Stachel, Tod?
Wir sind die jungen Greise. Schau uns doch in die Gesichter, geliftet und faltenlos, gebräunt im Solarium. Es glänzen die falschen Haare. Wir lachen mit falschen, implantierten Zähnen. Die Augen sind klar, vom grauen Star längst befreit. Fest ist der Leib, das Altersfett abgesaugt, den Frauen die Brüste gestrafft. Die Kniegelenke, die Hüften sind aus Titan. Herz, Lungen und Nieren, sie wurden gewechselt aus der Organbank, von jungen Unfallopfern gefüllt. Lustvoll lebt sich's auf Erden. Für Liebe und was man so Liebe nennt, sorgt die Chemieindustrie. Wir nähren uns mit angereicherten Speisen. Vitamine, Hormone von abgetriebenen Föten bringen uns alles, was man so braucht.
Wo ist dein Stachel, Tod?
Und die Zukunft ist glänzend. Es werden menschliche Klone gezüchtet. Reserveorgane wachsen in den Retorten für uns heran. Es gibt keine Grenzen mehr im Kampf gegen Dich! Und für die alten Hirne mit den Erinnerungen eines zu langen, oft zu bitteren Lebens ist auch eine Lösung parat: Psychopharmaka bringen ewigen Frohsinn, verhüllen mit rosigem Nebel uns die Leiden der Welt. Und streckt es uns doch einmal nieder - Maschinen erhalten das Leben. Sie pumpen das Blut, den Atem der Lungen, bis neuer Fortschritt der Wissenschaft hier eine Lösung ergibt.
So preiset das ewige Leben - Wo ist dein Stachel, Tod?
HÖLLE, HIER IST DEIN SIEG !
Dr. Eva Krill
Was ist der Sinn unseres Lebens?
Wir sind ein Teil der Natur die sich im Lauf der Jahrtausende auf der Erde entwickelt hat und sind nicht mehr und nicht weniger als alles andere, was auf diesem Planet lebt und gedeiht. Ob Pflanzen, Mikroben, Fische, Reptilien, Vögel oder Säugetiere, alle haben ihren Platz und ihre Bedeutung. Die Natur ist so ausgelegt, daß ständig ein Gleichgewicht unter all diesen Lebewesen besteht. Das Dasein all dieser Lebewesen hat den gleichen Sinn: Ihre Art zu erhalten und damit das Gleichgewicht des natürlichen Lebensablaufs auf diesem Planeten zu gewährleisten. Sollte auch nur eines dieser Lebewesen dieses Naturgesetz mißachten, wird das Gleichgewicht gestört und muß auch für alle Übrigen zur Katastrophe führen. Der Mensch gehört zur Gruppe der Säugetiere und ist somit den gleichen Gesetzen zur Erhaltung des Gleichgewichts in der Natur unterworfen, wenn er nicht nur seine eigene Art erhalten, sondern das gesamte Leben auf diesem Planeten nicht in die Katastrophe führen und damit den eigenen Untergang herbeiführen will. Dieses Gleichgewicht scheint jetzt jedoch gestört zu sein. Nicht etwa durch Katastrophen wie Erdbeben oder Vulkanausbrüche, sondern durch das Verhalten der Menschen. Ozonloch und Treibhauseffekt sind erste Anzeichen dafür, daß das Gleichgewicht der Natur auf unserem Planeten aus den Fugen gerät. Wie konnte es dazu kommen und was sind die Ursachen, die zu dieser Entwicklung geführt haben? Um das zu begreifen, müssen wir die Ausnahmestellung der Menschen vom Anfang seiner Entwicklung verfolgen. Zu Beginn ihrer Entwicklung lebten die Menschen im Einklang mit der Natur. Sie lebten in dichten Wälder und Höhlen und hatten nur ein Ziel: Um ihre Art zu erhalten und zu überleben mußten sie für Nahrung sorgen. Das war in der sie umgebenden Wildnis nicht einfach. Das Wetter, Tiere und Pflanzen erschien ihnen feindlich und erzeugte Angstgefühle. Während die anderen Lebewesen mit einem Instinkt ausgestattet sind, der ihnen sagt, wie sie, um ihre Art zu erhalten, das Richtige tun, sind die Menschen als letzte Stufe der Evolution mit geistigen Fähigkeiten ausgestattet, die mit zunehmendem Fortschritt diesen Instinkt verkümmern ließen. Diese geistigen Fähigkeiten waren jedoch zu Beginn der Entwicklung noch sehr eingeschränkt. Für alle Naturerscheinungen wie Blitz und Donner, Regen und Schnee, Sonne und Dunkelheit, hatten sie keine Erklärung und machten dafür höhere Wesen oder Götter verantwortlich. Die Nahrungsbeschaffung war von einem allein nicht zu bewältigen. So lebten die Familien auch nicht getrennt voneinander, sondern schlossen sich mit anderen zu einer größeren Gemeinschaft zusammen, auch um sich gegenseitig Schutz zu gewähren. In dieser Gemeinschaft mußten sich die einzelnen Mitglieder, um einen für alle reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, gewissen Regeln unterwerfen. Es bildete sich ein gesellschaftliches Bewußtsein, d.h., es bildeten sich Religionen. Religion ist die Form des gesellschaftlichen Bewußtseins, in der die objektive Realität, insbesondere das menschliche Dasein, in verzerrter und phantastischer Weise widergespiegelt wird. Religion ist eine idealistische Welt- und Lebensanschauung, in der als primäre Ursache des natürlichen und gesellschaftlichen Geschehens ein persönlicher Gott, mehrere Götter, Geister o.ä. bzw. unpersönliche, übernatürliche Kräfte und Mächte angesehen werden. So haben bis in die heutige Zeit die Religionen eine besondere Rolle gespielt. Ständig haben die Menschen aus Neugier und Erfahrung ihr Wissen erweitern können. War die Erde, auf der sie lebten, zunächst durch den Horizont begrenzt, mußten sie auf ihren Wanderungen feststellen, daß sich der Horizont ständig weiter hinausschob. Die Erde blieb aber für sie immer eine Scheibe. Über dieser Ebene wölbte sich der Himmel wie eine Halbkugel. Nachts wanderte der Mond im Bogen über diese Halbkugel und die Sterne blinkten von dort herab. Am Tage wanderte ein glühender Ball, die Sonne, ebenfalls über diesen Himmel. Die Ebene, auf der die Menschen lebten, war für sie der Mittelpunkt der Welt. Über dieser Halbkugel siedelte er die fremden Mächte oder Götter an. Der Mensch wurde seit den Anfängen seiner Entwicklung von der Angst vor seinem Tod beherrscht. Er konnte sich nicht vorstellen, daß mit seinem Tod alles vorbei sein sollte. So setzte sich bei ihm der Glaube fest, daß er nach seinem Tod im Reich der Götter weiterleben würde. Dieser Glaube hat sich bis zum heutigen Tage in allen Glaubenslehren und Religionen gehalten. Die Arroganz der Menschen, sich über alle übrigen Lebensformen auf unserem Planeten herauszuheben, nur weil er glaubt, als einziges Lebewesen mit einem Verstand ausgerüstet zu sein, hat zu einer Entwicklung geführt, die zur Vernichtung allen Lebens auf unserem Planeten führen wird. Der Mensch hat im Laufe der Entwicklung gezeigt, daß er nichts verstanden hat. Er hat nicht begriffen, daß er keine Sonderstellung unter den Lebewesen einnimmt. Selbst seit der Erkenntnis, daß die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist, kann er sich nicht von der überheblichen Einstellung trennen, daß es eine höhere Macht gibt, die das ganze Universum geschaffen und die Menschen an die Spitze seiner Schöpfung gestellt hat mit dem Auftrag, sich die Erde untertan zu machen.
Welche Arroganz!
Wenn wir auf diesem Planeten mit all seiner Vielfalt an Lebensformen überleben wollen, müssen wir diese Arroganz ablegen. Wenn der Mensch schon mit einem Verstand ausgerüstet ist, sollte er erkennen, daß er nichts weiter als ein gleichberechtigtes Teil innerhalb all dieser Lebensformen ist. Und wenn schon sein Verstand ihm eine Sonderstellung einräumt, sollte er ihn dazu benutzen, alles zu tun, seine Art zu erhalten und alles zu unterlassen, was das Gleichgewicht auf diesem Planeten zerstören könnte. Aus der Erkenntnis, daß das Universum selbst mit unseren geistigen Fähigkeiten nicht erfaßt werden kann, sollte uns wieder auf die Erde zurückbringen. Lediglich die Angst vor dem Tod hindert den Menschen, sich als ein gleichgestelltes Lebewesen in die Reihe aller übrigen Lebewesen einzuordnen.
Das Universum
Nikolaus Copernicus, 1473 - 1543, erkannte, daß sich die Erde und die übrigen Planeten im Kreis um die Sonne bewegen und nicht etwa sich alles um die Erde dreht. Galileo Galilei, 1564 - 1642, Begründer der modernen Physik, untermauerte mit seinen Untersuchungen das heliozentrische Weltsystem des Copernicus und mußte 1633 vor dem Inquisitionsgericht der katholischen Kirche dieses Weltbild widerrufen. Berühmt wurde sein angeblicher Ausspruch: Und sie bewegt sich doch. Wir wissen heute, daß nicht einmal die Sonne der Mittelpunkt des Universums ist, sondern daß Milliarden solcher Sonnensysteme zur Galaxis der Milchstraße gehören und daß wiederum Milliarden und Abermilliardenn Galaxien das Universum "bevölkern", die Erde also ein Nichts in diesem Universum ist. Die katholische Kirche hat sich also nicht gescheut, die Wahrheit, daß die Erde nicht der Mittelpunkt der Welt ist, zu unterdrücken. Gottes Sohn, Jesus Christus, wird sich gefreut haben, wie seine Vertreter auf Erden mit der Wahrheit umgehen und der christliche Glaube auf einer Lüge aufgebaut wurde. Wir wissen bis heute nicht, wie das Universum entstanden ist und werden diese Frage auch nicht in den nächsten Jahrhunderten, sofern wir das nächste Jahrhundert durch das Verhalten der Menschen überhaupt erreichen, beantworten können.
Die Religionen
Im Laufe der Entwicklung mit immer neuen Erkenntnissen haben sich je nach Mentalität der Menschen verschiedene Glaubenslehren entwickelt: Christentum, Islam, Buddhismus, um die heutigen Hauptreligionen zu nennen. Nun könnte es gleichgültig sein, woran einzelne Menschen Glauben, wenn nicht durch die hohe Zahl ihrer Anhänger die Religionsgemeinschaften zu einer politischen Macht geworden wären. So ist die christliche Glaubenslehre Grundlage der Gesetzgebung fast aller europäischen Staaten und, wie wir heute feststellen können, verheerend für die Entwicklung der gesamten Menschheit. Der Glaube, daß es einen Gott gibt, der den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen, sowie der Glaube an ein Fortleben nach dem Tod, wirken sich auf die politische Gesetzgebung für die Entwicklung der Menschheit zerstörerisch aus. Die Angst vor dem Tod und vor dem ewigen Gericht führen zu einem grotesken Verhalten. Die Lehre der christlichen Religion wird schon dadurch ad absurdum geführt, wenn sie dem Menschen weismachen will, daß ein allwissender und allgütiger Gott den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen und ihn mit einem Verstand ausgestattet hat, damit er sich die Erde untertan machen kann. So allwissend kann dieser Gott nicht gewesen sein, wenn er am Ende seiner Schöpfung ein Wesen erschafft, das sich die Erde nicht untertan macht, sondern die gesamte Schöpfung zerstört. Da die Menschen nur überleben können, wenn sie das Gleichgewicht in der Natur erhalten, müssen sie ihre Arroganz ablegen, eine Ausnahmestellung auf diesem Planeten einzunehmen. Seit der Mensch begonnen hat, die Naturgesetze zu mißachten und der Natur ins Handwerk zu pfuschen, hat er begonnen das Gleichgewicht zu stören. Das begann mit der Ausrottung der Geißeln der Menschheit wie Pest und Cholera, die die Funktion hatten, eine unkontrollierte Ausweitung der Bevölkerungszahlen zu verhindern. Damit legte er den Grundstock für die Überbevölkerung der Erde durch den Menschen. Der Eingriff der Menschen in die Naturgesetze vollzieht sich auf allen Gebieten der Wissenschaft. Durch das unbegrenzte Wachstum der Bevölkerungszahlen, mit ausgelöst durch die Halsstarrigkeit, mit der die Spitze der christlichen Glaubensgemeinschaften an längst überholte Erkenntnisse festhält, nur um zu verhindern, daß das ganze Gebäude christlicher Glaubenslehre Natur so nachhaltig gestört, daß eine Katastrophe in absehbarer Zeit eintreten wird. Nicht nur das Verbot für eine Geburtenregelung durch Empfängnisverhütung und Abtreibung ist ein Verbrechen an der Menschheit, auch die Entwicklung der Medizin wird durch die christliche Glaubenslehre zunehmend zu einem Fiasko. Statt die Bevölkerungsexplosition zu stoppen, hält sich die Medizin für verpflichtet, menschliches Leben mit allen Mitteln zu erhalten. Sie beschreitet immer neue Wege um Menschen mit Maschinen und medizinischen Geräten am Leben zu halten. Sie pfuscht der Natur ins Handwerk indem sie Organe transplantiert, so, wie man etwa ein Auto durch den Einbau von Ersatzteilen fahrtüchtig erhält, statt der Natur ihren freien Lauf zu lassen. Hier ist zunächst die Frage zu stellen: Was ist Leben? Die Beantwortung dieser Frage ist allein deshalb wichtig, um die Frage nach Moral und Ethik beantworten zu können. Gibt es einen Gott, der das Universum, die Galaxien und Sonnensysteme geschaffen hat und letztlich auch alle Lebewesen wie Pflanzen, Fische, Reptilien, Vögel und Säugetiere und somit auch für die Moral verantwortlich ist? Können wir bekennen: Ich glaube an Gott, den Vater, den allmächtigen Schöpfer des Himmels und der Erde?
Wir können es nicht!
Weder ist die Erde eine Scheibe, noch ist sie der Mittelpunkt unseres Sonnensystems, noch ist das Sonnensystem der Mittelpunkt unserer Galaxie, noch ist die Galaxie, zu der unser Sonnensystem gehört, der Mittelpunkt des Universums. Den Glauben an Gott, den Vater und allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde können wir somit vergessen! Wenn wir weiter darüber nachdenken, können wir mit unserem heutigen Wissen nur zu der Erkenntnis kommen: Im nicht zu erfassenden Universum ist die Galaxie der Milchstraße, das zu ihr gehörende Sonnensystem und zuletzt auch die Erde ein Nichts.
Wenn das alles ein Nichts ist, was ist dann der Mensch?
Es bleibt von der Arroganz, sich für wichtig zu halten, nicht viel übrig. Diese bittere Erkenntnis wirft die Frage nach dem Sinn unseres Lebens auf sowie die Frage, was Leben überhaupt ist. Alle bisherigen Untersuchungen von Physikern und Geologen geben das Alter der Erde mit 4,5 - 5 Milliardenjahren an. Alles, was wir unter Evolution der Organismen verstehen, muß sich innerhalb dieses Zeitraums abgespielt haben. Nach Wissenschaftlichen Untersuchungen, durch Untergliederung in eine Vielzahl von Einzelfragen und durch gezielte Experimente und die Untersuchung von Eigenschaften rezenter Organismen kann eine Antwort gegeben werden. Der Materialismus deutet Leben als materiellen Prozeß, als eine historisch entstandene besondere Bewegungsform der Materie. Eine andere Deutung, wie etwa des Idealismus, die Leben als Ausdruck eines übernatürlichen, nichtmateriellen Prinzips ansieht, muß als einer nur dem menschlichen Gehirn entsprungenen Wunschvorstellung außer Acht gelassen werden. Es kann nicht darum gehen, Deutungen zuzulassen, die die Wichtigkeit menschlichen Denkens hervorhebt. Wir müssen also die Natur als Ganzes erfassen und erkennen, daß der Mensch als Teil des Ganzen nur die Aufgabe hat, das Gleichgewicht und seine Art zu erhalten. Die Tatsache, daß der Mensch diesen Sinn nicht begriffen hat, zeigt, wie dumm er ist. Mit seiner arroganten Einstellung tut er genau das Gegenteil, nämlich die Natur zu zerstören und damit auch seine Art zu vernichten. Wenn die Wissenschaft Wissen schafft und der Mensch Verstand besitzen würde, dürfte er so nicht handeln, wie er es augenblicklich tut. Wir wissen, daß durch den rapiden Anstieg der Bevölkerungszahl und durch die damit verbundene technische Entwicklung der Bedarf an Energie zum Bau von immer mehr Kraftwerken geführt hat. Durch die Verbrennung von Oel und Kohle in den Kraftwerken zur Erzeugung von Strom sowie dem Bau von Kraftwagen und Flugzeugen wurde CO2 in einem Maß erzeugt, dessen Menge letztlich für den Treibhauseffekt verantwortlich ist.
Was ist der Treibhauseffekt?
Unter dem Treibhauseffekt versteht man die Aufheizung der Erdatmosphäre durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe. Bei der Verbrennung wird Kohlendioxid (CO ) freigesetzt und in der Erdatmosphäre angereichert.
Welche Auswirkung hat der Treibhauseffekt?
Kohlendioxid ist in der Atmosphäre nur in geringen Mengen vorhanden. Eine geringe Zunahme bewirkt jedoch eine relativ hohe Temperaturzunahme. Diese Erwärmung hat zur Folge, daß mehr Wasser verdunstet, in der wärmeren Luft mehr Feuchtigkeit aufgenommen wird und zu stärkeren Niederschlägen führt. Die Unterschiede zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten werden damit größer und erzeugen stärkere Winde. Eine globale Erwärmung bringt Gletscher und Polkappen zum schmelzen und der Meeresspiegel steigt. Überflutungen werden zunehmen. Kulturboden wird knapper. Ernten werden vernichtet. Straßen werden weggespült, Stangenwälder knicken um. Die finanziellen Schäden sind nicht aufzufangen. Wenn wir es auch nicht wahrhaben wollen, müssen wir erkennen, daß diese Entwicklung nun auch Europa erreicht hat. Während in den vergangenen Jahren Länder wie Indien und Bangladesch verheerende Überschwemmungen mit tausenden von Todesopfern zu ertragen hatten, die wegen der Entfernung von uns Europäern gar nicht richtig wahrgenommen wurden, hat es nun auch uns erreicht. Überschwemmungen wie am Oderbruch, an der Elbe bis hoch nach Niedersachsen, in Italien und Frankreich mit riesigen Erdrutschen haben uns die Auswirkungen des Treibhauseffektes gezeigt.
Trotz aller dieser Erkenntnisse wird gegen eine derartige Entwicklung nichts unternommen.
Wenn unser Leben einen Sinn haben sollte, dann doch der, das Gleichgewicht in der Natur nicht außer Kontrolle geraten zu lassen und damit unserem eigenen Leben wie auch dem aller übrigen Lebewesen eine Chance zum Überleben zu erhalten. Wenn wir trotz aller Erkenntnisse nichts tun, sind wir dumm. Oder aber wir tun nichts, allein, um unser jetziges Wohlleben, ohne Rücksicht auf nachfolgende Generationen und die Natur, zu erhalten, dann sind wir schlecht. Bliebe zu untersuchen, was getan werden müßte und welches die Gründe sind, daß nichts getan wird. Als Erstes müßte die Bevölkerungsexplosion gestoppt werden. Das Scheint jedoch infolge der christlichen Glaubensauffassung und der darauf beruhenden Gesetzgebung der Staaten der westlichen Welt ausgeschlossen. So hindert die katholische Kirche die Frauen daran, selbst zu entscheiden, ob sie ein Kind zur Welt bringen wollen oder nicht. Die Empfängnisverhütung mittels Kondomen müßte in allen Staaten der Erde gesetzlich durchgesetzt und auf ein Kind pro Elternpaar beschränkt werden. Mit der Rückführung der Bevölkerungszahl könnte der Energiebedarf drastisch zurückgeführt werden. Es müßte weiter gesetzlich eine Begrenzung des Benzinverbrauchs in der Automobilindustrie vorgeschrieben werden. Große und PS-starke Wagen, die ja nur aus Prestigegründen gefahren werden, müßten gesetzlich verboten werden. In Kraftwerken zur Energiegewinnung muß die Verbrennung von Oel und Kohle eingestellt werden. Energie dürfte in Zukunft nur aus Wasser, Wind und Sonne gewonnen werden. Alle diese Forderungen lassen sich aber wegen der Dummheit und Eigensucht der Menschen nicht durchsetzen. Ob solche Forderungen machbar sind, hängt aber im Wesentlichen vom Verhalten der Regierungen, der Industrie sowie auch den Religionsgemeinschaften ab. Zunächst müßte eine neue Moralvorstellung Einzug halten und den Menschen nahe gebracht werden.
Wie ist das mit der Moral? (Sitte, Brauch, Gewohnheit)
Seit Jahrhunderten bestimmen die Religionen die moralischen Grundlagen der Welt. Meyers neues Lexikon definiert den Begriff allgemeinverständlich folgendermaßen: Spezifische, ideologische Form der praktisch-geistigen Aneignung der Wirklichkeit, besonders der sozialen Beziehungen zwischen Persönlichkeit und Gemeinschaft; Form des gesellschaftlichen Bewußtseins und des praktischen Verhaltens. Gehen wir davon aus, daß Moral die Form des gesellschaftlichen Bewußtseins und des praktischen Verhaltens ist, bekommen die Grundbegriffe der Moral wie Sitte, Brauch und Gewohnheit eine völlig neue Bedeutung. Haben wir ein gesellschaftliches Bewußtsein? Welche Gesellschaft ist gemeint? Doch sicher die Gesellschaft aller Menschen auf diesem Planeten. Der Sinn unseren Lebens, das Gleichgewicht in der Natur zu erhalten und damit unser gesamtes Verhalten darauf auszurichten, bekommt eine neue Bedeutung. Amoralisch ist alles, was diesen Sinn unseres Lebens negativ beeinflußt. Wir müssen verstehen und erst dann können wir unsere geistigen Fähigkeiten als Verstand bezeichnen, daß die Gemeinschaft der Menschen auf unserem Planeten alle Menschen umfaßt, daß es amoralisch ist, zu glauben, ein Gott hätte die Menschen erschaffen und verlangt, mit allen Mitteln Leben zu erhalten. In diesem Glauben liegt die Ursache für die Überbevölkerung der Menschen auf unserem Planeten. Die Überbevölkerung zieht letztlich das gesamte Fehlverhalten der Menschen nach sich. Die Erfindung der Elektrizität führte dazu, durch weitere Erfindungen den Menschen das Leben zu erleichtern, was einen immer höheren Energiebedarf nach sich zog. Um die dafür erforderliche Energie zu erzeugen, wurden immer mehr Kraftwerke gebaut, in denen vorwiegend Oel und Kohle verbrannt wurden. Diese Verbrennung ist amoralisch, weil sie durch die Erzeugung von Kohlendioxid zur Erwärmung unsres Planeten beiträgt. Man hätte von vornherein auf dir Energieerzeugung durch Wasser, Wind und Sonne setzen müssen. Amoralisch ist es ebenfalls zu glauben, wir wären verpflichtet, Menschen selbst gegen ihren Willen am Leben zu erhalten, selbst wenn sie ein Leben nicht mehr ertragen können. Wir maßen uns an, den Menschen gegen seinen Willen mit Ersatzteilen, künstlicher Beatmung und Ernährung weiter am Leben zu halten. Das ist nicht nur amoralisch sondern schlichtweg ein Verbrechen. Wir sind nicht geboren, um mit aller Gewalt unser Leben, auch mit Hilfe anderer Menschen, solange wie irgend möglich zu erhalten. Sondern wir sind geboren mit der Verpflichtung, das Gleichgewicht in der Natur zu erhalten.
Nachruf
Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu. Nicht das Trauern, nicht das Leiden stellt den Wert des Menschen dar, immer nur wird das entscheiden, was der Mensch dem Menschen war! Scherni ist am 13. September 2005 verstorben. Wir - meine Familie und ich - vermissen Dich und werden Dich in guter Erinnerung behalten.
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