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Was Wissen schafft
Grotesk ist, daß die Wissenschaft es immer noch auf's Neue schafft, uns, die wir's wissen, zu verwirren, brutal zu zeigen, daß wir irren.
Kaum ist bewiesen dies und das, kommt die Natur und pfeift uns was. Voll blanken Hohns macht sie uns klar, daß alles doch ganz anders war.
Benjamin Franklin und Niels Bohr erläutern Blitze, spalten Chlor. Hegel und Kant erklär'n die Welt, der nächste sie in Frage stellt. Der Philanthrop meint's mit uns gut, den Defätisten packt die Wut. Der Seismologe schlägt Alarm, wenn's da und dort plötzlich recht warm.
Biologie, Chemie, Physik erklär'n uns alles Stück für Stück. Wir geh'n den Sprachen auf den Grund, steigen in der Antike Schlund, verändern Gene und Mutanten, wir nähern uns des Weltalls Kanten.
Wir definieren den Lauf der Erde, hoffen, daß sie noch älter werde. Wir schießen Menschen auf den Mond, wir suchen, wo noch jemand wohnt, vergleichbar Leben sei im All, was sich so tat, seit dem Urknall.
Wer heut' als Kind die Welt betritt, behutsam geht den ersten Schritt, den füllen wir mit Wissen dann, damit man auf ihn stolz sein kann.
Doch sucht er Liebe und Gefühl, gibt's davon meist nicht allzuviel. Viel wichtiger ist die Wissenschaft, denn darin liegt des Lebens Kraft. Gefühle schaffen nur Begehren, nur Macht und Wissen Konten nähren.
Doch manchmal - ist's auch selten nur setzt sie sich durch, Mutter Natur. All unser Wissen wird banal, Intelligenz und Titel schal, wenn dieses Kind uns Fragen stellt, uns quasi in den Rücken fällt. All unser Wissen schlicht negiert, die Wissenschaften karikiert. Durch Fragen voll Einfältigkeit, dir Grenzen Deines Wissen zeigt.
Fatal wird's dann, wenn es Dich frägt, warum denn der den andern schlägt. Warum es Kriege gibt, Verbrechen, was "Haß" bedeutet und "sich rächen".
Warum man nur zu Weihnacht feiert die Liebe, die man stets beteuert. Denn jeder spricht doch von Gefühl und taucht dann unter im Gewühl des alltäglichen Einerlei, obwohl es heißt: "Dein Nächster sei Dein Bruder". Ist das alles Lüge? Wenn Jeder Jeden nur betrüge?
Bevor wir in den Kosmos schielen, ohne zu seh'n der Seele Schwielen, ohne zu wissen, was man wagt, wenn man "Ich liebe Dich" nur sagt, es doch nicht meint und nur zu feige, zu sage, was man wirklich meine.
Denn oftmals ist "Ich liebe Dich" doch nur die Ford'rung: "Liebe mich".
Erst wenn wir seh'n, was offensichtlich, wird all Dein Streben ehrlich, wichtig und von Erfolg gekrönt Dein Handeln. Bis dahin wir wie Blinde wandeln, die vieles mit den Augen seh'n, doch weder mit dem Geist verstehen, noch mit der Seele voll erfühlen, statt dessen sich in Zwänge wühlen. Voll Raffgier wir nach Reichtum trachten. Hörst Du nicht, wie die Seelen schmachten?
Betrachte Deine Welt genau. Nur Deiner inn'ren Stimme trau'. Frag' dort, tief drin in Dir das Kind, ob Deine Taten richtig sind. Nicht hohes Wissen, Macht und Geld ist es, was diesem "Kind" gefällt. Es möchte lachen, glücklich leben. Hör auf zu fordern, lerne geben.
Ein Kompliment, ein liebes Wort, mal Hilfe hier, mal Ansporn dort. Ein Lob auch finst're Mienen hellt, bring' Lachen, Freude in die Welt. Lern' Deinen Nachbarn zu verstehen, wenn's auch nicht leicht. Doch Du wirst seh'n: Nur Herz und Hirn gemeinsam können den g'raden Weg zum Glück Dir nennen.
Wer dies gelernt wird weise nur. Dieses Gesetz uns'rer Natur ist wichtiger, als alles Wissen. Wer das nicht lernt, muß alles missen, was Oberhaupt erstrebenswert. Er nie der Liebe Kraft erfährt. Der Weg ist steil und schmal und lang, wer aufgibt, der kommt niemals an.
Nun liegt's an Dir, wonach Dein Sinn. Wie alt Du seist, s'ist alles d'rin. Doch wenn Dich später einer fragt, sag' nicht, man hätt's Dir nie gesagt.
Dieses Gedicht wurde mir von Herrn H.-W. Graf aus München für meine Webseite zur Verfügung gestellt. Ich verehre seine Werke und sein Tun für die Benachteiligten dieser Welt schon seit Jahren. Vielen Dank für Deine langjährige Freundschaft und Verbundenheit.
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